Wie am Schnürchen...

Wie am Schnürchen...

klettersport.tv gibt euch im Folgenden ein paar tipps zur Verwendung von Reepschnüren. Dabei konzentrieren wir uns heute darauf was es für Typen gibt bzw. was das für Euch bedeuten kann.

Am Markt gibt es viele unterschiedliche Reepschnüre. D.h. zum einen verschiedene Materialien wie Polyamid, Dyneema und Kevlar. Und zum anderen auch unterschiedliche Formen wie fix vernähte Rundschlingen, abgelängte Schnüre und auch verspleißte Reepschnüre.

Polyamid Reepschnüre

DER Klassiker unter den Materialien. Gut knotbar, sehr günstig und ein etwas höherer Schmelzpunkt. Kein Wunder, dass dieses Material fast überall anzutreffen ist.

Nachteil jedoch. Polyamid, oder auch Nylon genannt, nimmt erstens Wasser auf. D.h diese Schnüre werden im Regen schwer. Zweitens hat das Material keine hohe Kantenfestigkeit. Folglich kann man es nicht zum Fädeln von Sanduhren verwenden, oder auch Felshaken abbinden.

Dyneema Reepschnüre

Das ist ein ganz spezielles Material, welches eine sehr hohe Kantenfestigkeit bzw. Reißfestigkeit hat. Es gibt Dyneema Reepschnüre meist mit einem Polyamid Mantel. Wie z.B. die Beal Dyneema Reepschnur 5,5mm. Das hat den Vorteil, dass der Mantel einer höheren Temperatur stand hält bzw. die Schnur besser geknotet werden kann. Denn Dyneema ist sehr glatt.

Deswegen sind reine Dyneema Reepschnüre eher selten. Wie die Beal Pure Dyneema 5mm.

Sie finden vor allem in der Speleologie und als Fußschlaufen Verwendung. Denn das Material ist extrem belastbar und saugt auch kein Wasser auf.

Kevlar Reepschnüre a.k.a "Aramid"

Kevlar Reepschnüre haben zwei ganz große Vorteile. Sie sind zum einen extrem reißfest und haben eine enorme Kantenfestigkeit. Deswegen sind sie zum Fädeln von Sanduhren und zum Legen um Felsköpfe ideal. Auch ihr Schmelzpunkt ist hoch, sodass sie perfekte Prusik Schlingen sind.

Nachteil. Kevlar ist steif! D.h. es lässt sich nicht so gut knoten und auch nicht durch enge Sanduhren stecken.

Abgelängte Reepschnüre

Viele Reepschnüre kann man einfach von der Rolle kaufen. DAs macht Sinn um z.B. 5-6m lange Stücke für Ausgleichsverankerungen zu haben. Oder 1m lange Stücke für Prusik usw.

Wichtig dabei. Ihr müsst die Schnüre mit einem Hitze-Schneidegerät absengen lassen wen sie aus Polyamid sind. Dyneema Schnüre kann an auch so abtrennen.

Kevlar Schnüre können nur mit einem Cutter geschnitten werden.

Zudem müsst ihr für Dyneema den dreifachen Spierenstich können, um einen sicheren Knoten zu haben.

Rundschlingen

Rundschlingen machen vor allen beim Abbinden von Sanduhren bzw. dem Legen über Felsköpfen Sinn. Versucht bei Dolomiten Touren immer jeweils 1-2 Stk. 60cm bzw. 120cm Rundschlingen mit dabei zu haben. Das hilft enorm!

Ein sehr gutes Beispiel hierfür sind die Edelrid Aramid Cord Sling mit 80cm,120cm und 180cm Umfang.

Gespleiste Schlingen

Diese Typ von Dyneema Schnüren dürfte wohl als kurzweilige Erscheinung am Markt sein. Wirklich durchgesetzt hat sich dieses Modell nämlichnie. Die geringe Gewichtsersparnis ist mit dem hohen preis einfach nicht zu rechtfertigen.

 

Quelle/Fotocredit: Gerhard Schaar

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